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#3: Colorado – Daylight

Leider ist uns nicht gelungen, in das Schmuckstück Monument Valley noch bei Tageslicht einzufahren. So haben wir dieses Highlight des RAAM gegen Mitternacht passiert. Am frühen Morgen haben wir dann Utah verlassen und haben die Grenze zu Colorado überquert. Frische Temperaturen, entlegenste Straßen, landschaftliche Schönheit –  so haben wir uns Hügel um Hügel den Rocky Mountains entgegengearbeitet. Einmal mehr wurde mir klar, warum die Sprinter bei der Tour-de-France nichts mehr als die Berge fürchten, um dort am Cut-off zu scheitern, denn wer nicht innerhalb einer bestimmten Zeit nach dem Etappensieger ankommt, der wird disqualifiziert. Angesichts des 3.600 Meter hohen Wolf Creek droht einem Fahrer wie mir ähnliches. Ich werde zwar nicht disqualifiziert, aber ruiniere den Schnitt fürs Team. Karl, ganz Gentleman, erkannte meine Sorgen und bot sich an, die 20 Meilen bis zum Gipfel und die 13 Meilen steile Abfahrt danach allein zu fahren. Das führte zum Ergebnis, dass Karl die siebtbeste jemals auf strava.com verzeichnete Fahrt auf den Gipfel und die beste jemals verzeichnete Bergabfahrt realisierte. Was natürlich entsprechende Auswirkungen auf’s Gesamtklassement hatte. Wir sind deutlich näher an das vor uns liegende Team herangerückt. Irritierend war einmal mehr die Wetterlage: Auf dem Wolf Creek lag massig Schnee, es war kühl und der ersehnte Rückenwind stellte sich erst am Nachmittag ein, als wir durch die Rockies Richtung La Veta Pass fuhren.

 

 

Peter Smeets